ROMAN STRIPE – newbieBEEgermany

Tada – es ist Juni und die nächste Anleitung für den newbieBEEgermany ist fertig: Roman Stripe!

Traditionell besteht der Roman Stripe aus Streifen, die parallel zu der langen Kante eines Dreiecks genäht werden. Ob diese Streifen nun gleich breit oder gleich gleichmässig verteilt sind, ist eure Sache.

Dieser Block ist ein klassisches Beispiel für: am PC sieht alles so einfach aus. Als ich mich die Tage an die Anleitung setze, erschrak ich: die Zuschneidetabelle für die Streifen sagte: 2,179 inch Breite pro Streifen. Super! Wie soll ich das denn bitte in eine Anleitung umsetzen? Hätte ich mal früher hingeguckt!

Alles, wo Diagonalen drin vorkommen, nähe ich persönlich lieber auf Papier. Das ist so schön präzise und man kann fast nix falsch machen. Da ich weiß, dass sich eine newbieBEE-Gruppe gegen FFP ausgesprochen hat und ich euch auch versprochen hatte, so wenig FPP wie möglich zu verwenden, war ich also im Zugzwang.

Skizze Roman Stripe

ROMAN STRIPE klassisch

Ich gebe es zu, mein erstes Probenähen für diesen Block war die Variante mit Papier. Doch ich hatte es euch versprochen: es musste auch eine Lösung für den klassischen Weg geben

Und ich hab es geschafft 🙂 Aber es sei euch gesagt: Wenn ihr BEE Queen seit und euch diesen Block ausgesucht habt: entscheidet euch für eine Variante und mischt nicht FPP mit Klassisch. Die vorhandenen minimalen Abweichungen in den Blöcken könnten euch das zusammenfügen schwer machen.

Zuschneiden

Für die klassische Variante braucht ihr

  • Hintergrundstoff (bei mir weiß): 15″ Quadrat – bzw eine Dreieck aus diesem Quadrat
  • Streifen: 4 verschiedene Streifen a 2 1/4″ breit mit 22″, 16″, 12″ und 8″ Länge und ein 5″x 2 3/4″

Warum ist das letzte Stück „anders breit“? Ich hab die Erfahrung gemacht, dass je nach Präzision und Bügeltemperatur bei ganz pingeligem Zuschneiden der letzte Streifen etwas knapp ist. Daher ist dieser bei mir breiter und passt auf alle Fälle.

Mit dieser Methode hat man relativ viel Verschnitt, aber eben auch ein richtig gutes und präzises Ergebnis am Ende. Ich denke, mit einem Quadrat von 14″ und einem ersten Streifen von 20″ x 2 1/4″ kommt man auch gut hin. Da ich aber lieber großzügiger Zuschneide als zu trennen, hab ich euch meine „Wohlfühlmaße“ aufgeschrieben-

Werkzeug und Hilfsmittel

Für diesen Block sind folgende Werkzeuge hilfreich:

  • ein quadratisches 12,5″ Lineal
  • Rollschneider und Matte
  • ein langes Add-A-Quarter
  • Stecknadeln
  • Garn
  • Nähmaschine
  • Papier und Stift
  • wer mag: Sprühstärke

Zur Vorbereitung wurden alle Stoffe gestärkt, ehe ich sie geschnitten habe. Gerade wenn ich mit diagonalen Schnitten arbeite, hilft mir das sehr.

Arbeitsschritte Klassisch

Wenn du kein quadratisches 12,5″ Lineal besitzt, bastelst du dir zuerst eine Schablone aus Papier. Diese ist sehr hilfreich, wenn es um die richtige Platzierung und das Trimmen des Blockes geht.

Ihr seht hier den fertigen Block . die Diagonale des weißen Hintergrunds zum ersten Streifen reicht von einer Ecke des Quadrates zur gegenüberliegenden Seite.

  • Ihr legt nun den ersten langen Streifen an die Diagonale des Hintergrundstoffes und steckt sie fest. Mir ist diese Strecke zu lang, um ohne stecken sauber zu arbeiten. Probiere aus, was zu dir passt!
  • „Wie immer“ wird eine 1/4″-Naht genäht. Meine Maschine hat einen extra Fuß und eine extra Stichplatte dafür, die es mir relativ einfach macht, diese Nahtzugabe einzuhalten – und durch die kleine Öffnung dieser Stichplatte zieht sich der Stoff nicht ein. Vielleicht hast du auch so etwas? Schau mal in deine Anleitung!
  • Als nächstes bügelst du vorsichtig die Kante aus. Aber hier markiere ich bei allen Stücken die Mitte auf der Längsseite und stecke diese dann aneinander. Dadurch vermeide ich das „schiefe“ annähen – es entstehen keine Lücken oder große Überhänge an den Seiten.
  • Danach wird der nächste Stoffstreifen mittig angesetzt und genäht.
  • Dies wiederholst du, bis du alle 6 Streifen angesetzt hast.

Nun legst du deine Schablone oder dein 12,5″ x 12,5″ Lineal auf dein Nähstück und trimmst es. Achte darauf, dass die Diagonale des Lineals auch die Diagonale deines Blockes ist!

Und schon ist dein erster Roma Stripe Block fertig! Gefällt er dir? Dann näh doch aus dem übrig gebliebenen Dreieck vom Zuschnitt gleich den zweiten 🙂

ROMAN STRIPE als FPP

Und nun zu meiner Lieblingsmethode – Foundation Paper Piecing, kurz FPP.

Zuerst holt ihr euch hier die Vorlage für diesen Block aus meiner Dropbox und druckt sie euch mit 100 % aus. Danach klebt ihr alle vier Seiten zusammen.

Ihr solltet nun eine quadratisches Pattern vor euch liegen haben.

Zuschnitt FPP

Auch hier schneide ich lieber so zu, daß ich auf der sicheren Seite bin

  • Hintergrundstoff (bei mir weiß): 15″ Quadrat – bzw eine Dreieck aus diesem Quadrat
  • Streifen: 5 verschiedene Streifen a 2 1/2″ breit mit 22″, 16″, 12″ und 8″ Länge und ein 5″x 2 3/4″

Bei mir war es so, daß 2 1/4″ Streifen ganz schön knapp waren beim Zurückschneiden und ich daher lieber mit 2 1/2″ Streifen arbeite (außerdem lassen sich damit so wunderbar Jelly Rolls oder Jelly Roll Reste verarbeiten).

Arbeitsschritte FPP

  • Da die Fläche für den Hintergrundstoff sehr groß ist, benutze ich eine gute Portion Klebstoff. Ich hab ein bisschen herumexperimentiert und für mich hat sich dieser kleine Klebestift als perfektes Werkzeug herausgestellt. Ein Schulklebestift geht auch, aber ich empfinde da loslösen vom Trägerpapier am Ende (gerade nach einer etwas längeren Liegezeit) als sehr umständlich. Auch hier gilt: Probiert es aus!
  • Ich versuche, das Stück Stoff schon so anzulegen, dass ich zur Nahtlinie die Nahtzugabe bereits einhalte. Könnt ihr es dem Bild entnehmen? Auf dem nächsten sieht man es etwas besser:
  • Danach knicke ich an der Linie das Papier, so daß ich eine scharfe Kante Papier parallel zur Diagonalen des Stoffes habe:
  • Nun kann ich – am einfachsten mit einem Add-a-Quarter – die 1/4″ Nahtzugabe parallel zum Papierfalz zurück schneiden.
    Das schöne (bequeme :-)) am Add-a-Quater ist der Knick, den man an die Vorlage ranschieben kann und der dadurch entstehende perfekte Abstand von 1/4″.
  • Jetzt wird das Papier zurück gefaltet und bei dieser Größe stecke ich das große Dreiecke gern mit ein oder zwei Stecknadeln fest.
  • Dann drehst du dieses ganze Konstrukt um – Stoff oben, Papier unten.
  • Nimm den längsten Streifen und lege diesen an die Diagonale. Auch hier können Stecknadeln hilfreich sein.
  • Endlich darfst du nähen! Und zwar genau auf dieser Linie! Wie schon im Beitrag zum Scrappy Block erwähnt geht die Meinung, welche Stichlänge die Perfekte ist, weit auseinander. Bei FPP seh ich zu, dass ich bei 1,5 bleibe – denn dann lässt sich das Papier hinterher wunderbar rausreißen, ohne die Naht zu beschädigen und ich brauch in der Regel auch nichts vernähen. Kleiner ist okay, macht aber Streß, falls man trennen muss. Länger mag ich nur bedingt empfehlen – mehr als 1,8 mach ich persönlich nicht, da mir die Naht dann zu locker scheint.
  • Ich fang bei solch einfachen Designs direkt am Rand vom Papier an. Dadurch lässt sich der Block am Ende besser an die andern annähen, denn die „losen Schwänzchen“ können so nicht verrutschen.

    Wer bereits Erfahrung mit FPP hat, weiß wovon ich rede. Durch die kurze Stichlänge braucht du auch nicht vernähen (wünscht sich eine BEE eine länger Stichlänge, vernäh ich. Denn zu oft ist mir dann beim entfernen des Papiers die Naht am Rand aufgegangen).
  • Nun geht es wie oben weiter: Streifen aufbügeln.
  • Den nächsten Streifen des Papiers rüberlegen und die noch nicht genähten Teile an der nächsten Linie zurück klappen.

Die Nahtzugabe zurück schneiden (seht ihr was ich meine? Das Papier liegt oben und ihr legt eurer Lineal wieder an die Kante an und schneidet mit 1/4 “ den Stoff zurück -mein Streifen war aus der Restekiste und krumm und schief, daher wirkt das hier so fett).

  • Den nächsten Stoffstreifen wieder rechts auf rechts, Kante an Kante legen, Papier drüber klappen, nähen.

    So näht ihr nach und nach alle 6 Streifen an.
  • Zuletzt trimm ich die überstehenden Stücke anhand des Papiers und hab danach einen wunderbar geraden und ordentlich genähten ROMAN STRIPE Block. Findet ihr nicht auch?

Juli – Roman Stripe – los gehts!

Ich hoffe, ihr könnt alle den Anleitungen folgen – wenn nicht: fragt mich einfach, wir finden eine Lösung!

Viel Spaß in euren BEE-Runden – und bleibt gesund!

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Wir sind alle neugierig: zeigt uns eure BEE-Werke! Die Linkparty für die Juni-Blöcke bleibt bis zum Ende des Monats geöffnet. Ich bin gespannt, was ihr zaubert!

You are invited to the Inlinkz link party!

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6 thoughts on “ROMAN STRIPE – newbieBEEgermany

  1. Danke für die tolle Anleitung 😘
    Der Schulkleber löst sich übrigens easy peasy mit einem Hauch Wasser. Also das Papier an der Klebestelle mit einem Wassersprüher leicht anfeuchten. Dann lässt sich das Papier nach 2 Minuten abziehen.

      1. Du hast recht! Es sind nicht 6 Streifen, sondern 4 + 1 Streifen. Und es ist noch keinem bisher aufgefallen – oder es hat sich keiner getraut zu fragen. Oh je! Aber im Bild war es ja zum Glück zu sehen.

        Vielen Dank! Christina

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