Ein besonderes Geschenk

Alles begann mit einer fixen Idee. Ich sah online das Schnittmuster „Cat on Quilt“, welches ich unbedingt mal nähen wollte. Aber hej, das ist ganz schön groß. Und nur für mich alleine? Da fehlt mir die Motivation. Was nun? Ich möchte es doch so gerne mal ausprobieren. Erst mal den Schnitt kaufen. Was frau hat, hat sie.

Es genügten ein paar Worte an meine lieben Freundinnen, um diese zu überzeugen, einer weiteren im Bunde diesen Block als Quilt zum Geburtstag zu nähen. Das ganze Projekt ist eine Foundation Paper Piecing Arbeit. Ich selbst hatte bereits ein paar kleine Blöcke auf diese Art gefertigt. Und die waren eigentlich gar nicht so schlimm.

Die ersten Nähte

Es ergab sich, das zu unserem Nähtreffen im April diesen Jahres nur wir drei dabei sein würden. Somit war dies DIE Gelegenheit, mit der geplanten Decke zu beginnen.

*VerflixnochmalwosindmeineBildervonMärzbisMai*

Alle Seiten waren ausgedruckt, ein Farbkonzept im Vorfeld überlegt und nun sollte es losgehen…

Nachdem wir uns dann durch „Verflixt, das muss ja spiegelverkehrt gedacht werden!“, „Klar das dieses Mal hier das WLAN nicht richtig funktioniert und wir hier nix runterladen können.“ und „Warum muss das iPad JETZT den Geist aufgeben und WO ist überhaupt das Ladekabel?“ gekämpft hatten wurde der Plan konkreter, die Aufgaben verteilt und wir begannen.

Ich hatte mir zu Anfang die Augenpartie ausgewählt – die schien uns am schwierigsten – so viele kleine Teile, das geht nur mit guten Nerven. Die anderen beiden starteten mit den Bodenfliesen.

Meine ersten Teile ware erstaunlich schnell genäht und wir waren optimistisch, zumindest die Einzelteile am Sonntag zu einem Motiv zusammengefügt zu haben.

Irgendwie jedoch ging uns unterwegs das schwarz aus und tatsächlich hatte keine der anwesenden Damen einfache, schwarze Baumwollwebware dabei und wir mussten einen Ausflug zum nächsten (und übernächsten) Stoffgeschäft machen. Zum Glück waren auch ein zwei anderen Damen „ohne ausreichendes Material“ angereist, so dass sich dieser Ausflug von knapp zwei Stunden auch lohnte.

Ist schon schön da im Westerwald. Viel Landschaft und so. Aber schon hübsch, so ein Stoffgeschäft im Fachwerkhaus.

Wieder zurück schafften wir noch ein paar „Papiere“ – wobei eine von uns zwischendurch völlig entnervt ein Nickerchen einschob denn „Was ist das nur für ein Sch*** – sowas mach ich nie wieder!“

Irgendwann stand auch mir der Sinn nach etwas anderem. Ein bisschen was für mich hätte ich schon gern mit nach Hause genommen an diesem Wochenende (was übrigens nicht geklappt hat, ich hab alles im Zustand des WIP* wieder mit heim genommen).

Da ich durch Pfingsturlaub und anderer Termine zeitlich ziemlich eingeschränk war, zogen die letzten zu nähenden Seiten inkl. aller bisherigen erst mal nach Castrop-Rauxel. Dort wurde der Teil mit dem „auf Papier nähen“ erfolgreich beendet und mir dann bei einer guten Gelegenheit wieder übereignet.

Was lange währt

Es dauerte bis Anfang August, bis ich mich wieder mit der notwendigen Konzentration an dieses Projekt setzen konnte. Ihr erinnert euch noch an den August 2018? Richtig – ziemlich warm, ziemlich trocken und eigentlich hatte jeder was anderes im Sinn als sich an eine Nähmaschine zu setzen und einen Quilt zu nähen. Aber unser Treffen war verabredet, wir wollten das Geschenk übergeben und ich machte mich an die Arbeit.

Die Katze ist fertig … und nu?

Hurra! Ich hab es geschafft. Alle Teile des Papier Piecings sind zusammengefügt worden, das Papier ist entfernt – aber für eine Decke ist das Motiv noch eindeutig zu klein. Was nun?

Von Vorteil ist, das die zu Beschenkende nicht so groß ist wie eine Frau ihres alters im Bundesdurchschnitt. Was bedeutet, ich spare gut und gerne 20 cm in der Länge, wenn ich eine anständig zu nutzende Decke daraus machen will.

Nach einer kleinen Chat-Konferenz einigten wir uns auf ein polaroidähnliches Format. Von hier an war das Projekt dann relativ fix fertig gestellt: Rahmen drum, Sandwich gebastelt, das Motiv einmal entlang der Diagonalen gequiltet – fertig!

Natürlich konnten wir drei es nicht abwarten, unser Werk zu überreichen – und es drohte die eine oder anderen Wolke am strahlend Blauen Augusthimmel.

Doch wie ihr seht: Mission geglückt! Die Überraschung glückte, die Freude war groß und unsere Arbeit hat sich voll und ganz gelohnt.

Eine besonder Decke für eine ganz besondere Freundin – mit viel Herzblut und Leidenschaft.

WIP = Work In Progress – Werkstück, welches sich im Bearbeitungszustand befindet oder es ist immerhin ein Plan vorhanden, dieses (in naher Zukunft) zu beenden. Im Gegensatz zu

UFO = Un Finished Object – nicht beendets Werkstück mit aussicht darauf, in diesem Zustand sehr lange vor sich hinzudümpeln.

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