November in Westernohe

Mitte November war es mal wieder soweit – #wellnessnähen #näheninwesternohe stand in meinem Kalender. Zusammen mit einer fröhlich bunten Truppe wurde von Freitag Mittag bis Sonntag Nachmittag genäht. Nicht ganz „rund um die Uhr“, aber fast.

Anreise und Aufbau

Wie jedes Mal reise ich zusammen mit ein zwei anderen Mädels etwas früher an, um den Saal vorzubereiten und um noch ein bisschen Luft holen zu können, ehe es wuselig wird. Der Raum möchte bestuhlt werden, die Kaffeeküche ein bisschen umgeräumt und ausgestattet und das Bett möchte bezogen werden.

Manchmal fehlt dann einfach noch das Werkzeug, um spontan auftretende Hüngerchen zu befriedigen. Aber wir sind ja nicht auf den Kopf gefallen und wissen uns zu helfen:

Nach und nach trudeln dann die Mädels ein, suchen sich ein Plätzchen an den Tischen und beziehen ihre Zimmer. Meistens sind zum Abendessen alle eingetroffen, die ersten haben bereits ein paar Nähte geschafft. So auch ich dieses Mal, begonnen hatte ich mit dem Kissen für einen SWAP:

Projekte und Planung

Denn ich hatte einen ausgeklügelten Plan – nichts davon musste fertig werden, aber weiter kommen wollte ich:

Es ist ja immer wieder eine Herausforderung, richtig zu packen. Bei meinem allerersten Nähtreffen bin ich mit 2-3 Ikeataschen, Koffer und div. anderen Behältnissen angereist. Benutzt hab ich das Wenigste und darüber hinaus lebte ich von der ein oder anderen Materialspende anderer Teilnehmerinnen.

Heute denke ich bereits im Vorfeld darüber nach, was realistische Ziele sind und ob es Sinn macht, gerade diese Projekte beim #wellnessnähen zu bearbeiten. So kommt es, das ich mittlerweile auch zu den Zipperbeuteln greife, die vor Jahren noch zu mildem Spott meinerseits (und auch andereseits) führten. Da die Projekte mittlweile größer werden, sind neben Beuteln auch die praktischen Kisten mit Deckel mit auf der Reise. So ist zwar das Volumen an sich nicht geringer geworden, aber ich brauch nun eigentlich nur noch in das Regal zu greifen, Kiste rausnehmen und ins Auto tragen.

Rückwärts ist die Kiste idealerweise abgearbeitet und kann mit einem neuen Projekt gefüllt werden.

Klassenfahrtfeeling

Neben dem Nähen steht vor allem der Austausch mit anderen Nähbegeisterten im Vordergrund. Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie die sich immer wieder neu zusammengewürfelte Gruppe aufeinander einstellt. Neben dem Harten Kern gibts die Immer-mal-wieder-Teilnehmerinnen und natürlich Newbies. 

Die meisten von ihnen kenne ich bereits im Vorfeld – entweder persönlich von früheren Treffen, aus dem Laden oder meinen Nähkursen. Andere kenne ich schon länger durch Instagram, manchmal schon jahrelang, andere erst kurz. Ganz ganz wenige kenne ich gar nicht – das sind dann Freundinnen, die von anderen Teilnehmerinnen mitgebracht werden.

Fast immer ist spätestens nach dem ersten Abendessen das Eis gebrochen und es wird geschnattert, gelacht, manchmal auch geweint und dann wieder gefeiert. Dieses Jahr durfte ich in dieser Runde meinen Geburtstag feiern – und habe es sehr genossen.

Wir werden vom Haus voll verpflegt: morgens schlurfen wir (noch mit Streichhölzern in den Augen) rüber und geniessen das Frühstück. Um 12:30 h gibt es dann schon wieder Mittagessen. Zum Glück ist die Küche extrem flexibel und kann auch auf komische Allergien wie die gegen Petersilie, Sellerie und ähnlchem Kram eingehen. Vegetarisch klappt sowieso.

Sehr dankbar sind wir für den kleinen Aufenthaltsraum, in dem der Kühlschrank mit kalten Getränken und eine Kaffeemaschine sowie ein Wasserkocher zu finden sind. Im Vorfeld sprechen wir ab, wer einen Kuchen oder ähnliches mitbringt – natürlich nur um die lange Pause zwischen Abendessen und Frühstück vernünftig zu überbrücken. Es soll ja Menschen geben, die an diesem Wochenende gar nicht schlafen.

Auch der Altglascontainer auf dem Parkplatz ist ein wertvolle Serviceeinrichtung. Wenn unsere Weltenbummlerin im Sommer zurück ist wird dieser sicher auch wieder besser von uns gefüttert.

Was näht ihr eigentlich?

Mit den Jahren hat sich der Schwerpunkte der Nähprojekte verschoben. Anfangs nähte man Kleidung für sich oder die Kinder, manchmal auch Taschen. Wie ihr auf dem Gruppenbild erkennen könnt, sind die unterschiedlichsten Werke entstanden – wobei, auf dem Foto ist es sehr taschenlastig *grins*

Heute näh ich vor allem an meinen Quiltprojekten weiter – was vor allem an meiner Bekleidungsnähen-Müdigkeit liegt.
Wenn Quilten bzw. Patchworken manchmal auch sehr frustrierend ist, weil mal wieder nicht on Point gearbeitet wurde oder das Zusammenspiel der Farben doch nicht so ist, wie ich es mir vorgestellt hatte. Dennoch habe ich das Gefühl, mit jedem Projekt zumindest eine Herausforderung geschafft zu haben, selbst wenn das Ergebnis nicht so toll ist – ich hab etwas gelernt. Und das gefällt mir sehr.

Dieses Mal hab ich das Kissen für den SWAP* geschafft, das TOP* von Hanna’s Houses fertig gestellt, ein paar Economy Blocks für #getyourquiltywishesgranted4 fertig gestellt und eine Open Wide Pouch in der mittleren Größe für mich genäht.

#wellnessnähen – meine Auszeit

Seit ein paar Jahren fahre ich nun schon auf Nähtreffen. Am Anfang war ich Teilnehmerin, der Ort wechselte stetig, die Gruppe blieb mehr oder weniger geschlossen. Meist war das Ziel, irgendwo in der Mitte Deutschlands ein Haus zu finden, damit es für alle Anreisenden ähnlich weit ist. Es kamen Mädels von der Ostsee, aus dem Rheinland, aus dem tiefsten Bayern….

Später durften wir dann auf einer Burg in Oberwesel residieren. Leider wurde dieses Haus geschlossen und wir mussten wieder etwas geeignetes finden.

Mittlerweile ist unser #näheninWesternohe von vielen das zweite Wohnzimmer – nee, eher Nähzimmer geworden. Bis zu vier Mal im Jahr treffen wir uns dort und geniessen es, nur für uns selbst verantworlich zu sein. Keine Kinder die des Nächtens am Bett stehen und Bedürfnisse haben, nicht kochen müssen und auf (so gut wie alle) Kleidungsregeln pfeifen. Nachts um zwölf duschen, damit noch zwei drei Stunden länger nähen drin sind? Warum nicht?! Ein Mittagschlaf, weil es dann doch so früh wurde, das das Defizit spürbar wird? Ops, schon wieder eine Flasche Sekt leer? Und es ist noch gar nicht dunkel?

Zwar gibt es quasi nur Mehrbettzimmer – aber diese haben alle ein eigenes Bad, bequeme Betten und oft findet sich für jede von uns ein Bett „unten“. Wichtig ist nur: es kann schon mal kalt werden! Kuscheldecken, Wärmflasche oder dicke Socken sind fast immer angesagt. Dafür wird man – sofern kein Nebel ist – mit einem wunderbaren Ausblick belohnt:

Falls du nun auch Lust hat, mal dabei zu sein: schreib mich ruhig an. Termine, Konditionen und das drumherum erzähl ich dir gerne. Noch mehr Bilder und eindrücke von unserer Runde findet man übrigens bei Instagram untrer #wellnessnähen bzw. #näheninwesternohe

Ich freu mich schon sehr auf das nächste #wellnessnähen – dieses Mal findet es über Karneval statt und wir bleiben tatsächlich drei Nächte und somit fast vier Tage! So langsam könnte ich mal mit meinem Plan beginnen, hm?

Machts gut und genießt den Tag!

SWAP = Austausch bestimmter Rechte, Pflichten o. Ä. – beim Quilten/Nähen oder eben auch anderen Handarbeiten handelt es sich um einen Tausch von Material oder einem im Vorfeld in Umfang und Kosten abgesprochenes Nähprojekt.

TOP = Oberteil eines Quilts

One thought on “November in Westernohe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.